Back to the roots

29.06.2005, Mongolei Rundfahrt: Zu Besuch bei einer mongolischen Familie

Nachdem wir unsere erste Nacht in einer Jurte für Touristen verbracht haben, möchten wir nun bei einer Familie übernachten. Wir äußern diesen Wunsch gegenüber unserem Guide und so kommt es, dass wir am Abend bei einer Familie mit 3 Jurten haltmachen. Unser Guide steigt aus und spricht mit einem Familienmitglied. Wir beobachten die Szene ein wenig abseits und lächeln etwas unbeholfen in die Runde, während man uns neugierig beobachtet.
Wir überlegen noch, mit wem wir wohl in welcher Jurte übernachten werden, als plötzlich alle eilig in eine Jurte stürzen und mit den unterschiedlichsten Dingen wieder herauskommen - die Jurte wird extra für uns geräumt. Alle Familienmitglieder,die sonst 3 Jurten bewohnen, werden diese Nacht in einer Jurte übernachten, da auch die dritte Jurte an Besuch aus der Hauptstadt vermietet ist.

Nachdem wir unsere Sachen aus dem Auto geräumt haben, gibt es nun erstmal "Kaffee und Kuchen". Jedem von uns wird eine Schale mit weißem Inhalt gereicht - mutig wie wir sind, probieren wir das uns Angebotene. Es ist superleckerer Joghurt!

Ansonsten sind die angebotenen Sachen sehr gewöhnungsbedürftig und werden nicht zu unseren Lieblingsgerichten. Aber in erster Linie geht es ja auch darum, Neues kennenzulernen.

Für unsere Gastgeber war das Display meiner Digitalkamera scheinbar neu. Jedenfalls hatten sie viel Spass beim Betrachten der Bilder. Als sie fragten, ob wir denn auch die Bilder ausdrucken könnten (wie bei Polaroids), mussten wir leider verneinen. Wir haben dann aber ausgemacht, dass wir in Ulan Bator Abzüge machen werden und dem Guide geben würden, der die Bilder dann beim nächsten Mal vorbeibringen würde. Wir haben unser Versprechen gehalten und hoffen nun, dass auch unser Guide Wort hält.

Szenen rund um die Jurte

Schafe werden geschoren.

Nach dem Scheren sehen sie aber eher wie gerupft aus.

Während das kleine Kind mit der Mistgabel hantiert ... (man achte auf die Freiluftpampers)

...behält der Haushund die Szene sicherheitshalber im Auge

Misstrauisch läßt sich die Mutter mit ihrem Jungen fotografieren.

Die Pferde hingegen stört meine Anwesenheit nicht geringsten.

Nachdem wir nun schon so viel Neues kennengelernt und ausprobiert hatten, durfte natürlich der Kamelritt nicht fehlen.

Nachdem unsere Gastgeber von irgendwo Kamele organisiert hatten, galt es nun erstmal, eben diese zu besteigen. Nachdem die Kamele zu unseren Füßen lagen, stiegen wir mutig auf. Als wir im Sattel saßen, beugten sich unsere Kameltreiber nach vorne, nach hinten und wieder nach vorne (oder war es umgekehrt?) Sie machten uns die Bewegung vor, die das Kamel gleich beim Aufstehen machen würde und zeigten uns gleichzeitig damit, welche Bewegungen wir entsprehend machen sollten. Etwas unsicher bedeuteten wir, dass wir verstanden hatten und entsprechend bereit seien. Und dann setzte sich das Kamel in Bewegung. Wir hielten uns am Höcker fest (der sich ganz ungewohnt anfühlte - nicht wirklich schön) und das Kamel richtete sich auf. Ein wenig durchgeschaukelt, blieben wir tatsächlich oben sitzen und konnten nun die Aussicht von hier oben genießen. Obwohl, der Abstand zum sicheren Boden wahr schon gewaltig. Es galt also, nicht runterzufallen!

So durch die Umgebung geführt, hatten wir ein wenig Muße, die Landschaft zu genießen. Doch mehr noch als die Umgebung interessierte es mich, wie sich wohl ein trabendes Kamel anfühlen würde. Und als gute Reiterin traute ich mir das Ganze durchaus zu. Mein Guide leider nicht! Wahrscheinlich kann man neben trabenden Kamelen nicht herlaufen (zu schnell). Und die Tiere sind sicher unberechenbarer als Pferde.

So kam es, dass wir nach ca. 1h Kamelritt wieder heil am Lager ankamen. Diesmal ging es erst nach hinten, dann nach vorne und dann wieder nach hinten, bevor wir wieder sicheren Boden betreten konnten.

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