Handel und Wandel (1/4)

16.06.2005, In der TransSib: Wir können nicht einschätzen, ob unsere Provodnitsa aufgegeben oder ob sie tatsächlich das Gröbste verhindert hat - nach der guten Stimmung zu urteilen, waren wahrscheinlich einige Personen ohne Fahrschein zusätzlich mit an Bord, als wir den Bahnhof in Moskau verließen.
Der Waggon glich einem Verladebahnhof und alle waren damit beschäftigt, die Handelswaren in allen Ecken des Zuges zu verstauen. Überflüssige Kartons und Verpackungen wurden dabei in hohem Bogen aus dem Fenster entsorgt.

Unsere Zugbegleiterin beim Saubermachen, nachdem der Gang wieder freigeräumt war.

Noch am selben Abend standen auch ein paar unserer Mitfahrer vor unserer Tür und versuchten uns etwas mitzuteilen: Sie zeigten immer wieder auf Ihr T-Shirt und dann auf die Decke in unserem Abteil... Da wir unser Abteil nicht als Lagerraum hergeben wollten und da ich mit Leuten, die beim Gespräch ihren Fuss in die Tür stellen, nicht wirklich gerne diskutiere, haben wir die Kommunikation zu diesem Thema dann erstmal gestoppt.

Auch sonst kehrte nun langsam Ruhe ein und da es schon nach Mitternacht war, verzogen sich alle in Ihre Abteile. Wer aus irgendwelchen Gründen kein Abteil hatte, war auf der Suche nach einem leeren Bett oder nach weiterem Stauraum, um das eigene Bett freizubekommen und so steckten auch bei uns immer wieder ungebetene Gäste den Kopf ins Abteil - egal, ob unsere Tür abgeschlossen war oder nicht!

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